Ich habe mich also getraut! Das erste Barcamp durfte ich unter starken Halsschmerzen und leichten Erkältungserscheinungen erfolgreich absolvieren. Madame Foxyline hat mich schon vor einigen Monaten auf die Faszination “Barcamp” aufmerksam gemacht. Allerdings ging mein Interesse für die Veranstaltung schnell flöten, als ich in dem Regelkatalog auf Barcamp.at die achte Regel wahrnehmen durfte:
8th Rule: If this is your first time at BarCamp, you HAVE to present.
Ich muss also ein Referat halten, wenn ich an dieser Veranstaltung teilnehmen möchte? Kurz und knapp: Vergesst es! Glücklicherweise hat mich dann Foxyline darauf hingewiesen, dass diese aufgelisteten Regeln keineswegs so ernstgenommen werden, wie viele Leute anfangs glauben. Nun gut!
Also: Im Rahmen vom WKO IT & Beratertag 2010 fand am 2. Dezember 2010 in der Hofburg das HalfDayCamp Vienna mit dem Schwerpunkt “Social Media” statt. Um 9:45 Uhr marschierte ich völlig übermüdet in die Hofburg und musste mich gleich einmal bei der Registrierung ärgern, da scheinbar mein Name nicht auf der Anmeldeliste angeführt war. Nach ungefähr 10 Minuten wollten mich die netten Damen nicht länger warten lassen und ließen mich freundlicherweise eintreten.
Keine Zeit um meine Gaderobe abzugeben. Ich stürmte also in den Saal, in welchem das HalfDayCamp abgehalten wurde, und machte mich auf drei Sitzplätzen breit. Prompt folgte die obligatorische Vorstellungsrunde sowie die Präsentation des Zeitplans. Innerhalb weniger Minuten wurden die Themen der Referate sowie die Referenten festgelegt. Und schon ging das erste HalfDayCamp los!
Echt oder Fake? Referent: Felix Kastenhuber
Geplaudert wurde darüber unter welchen Kritierien Profile in Sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook, als Fakeprofile eingestuft werden und wie die Betreiber entsprechend darauf reagieren. Gefakte Unternehmensprofile werden von Facebook sofort und unwiderruflich gelöscht. Werden private Profile von Facebook als Fake eingestuft, weil sich beispielsweise der Profilname sehr fantastisch anhört, dann kann der User per Zusendung seines Personalausweises seine Echtheit dauerhaft bestätigen.
SM Berühmtheiten. Referent: Roman Bauer
Drei SM Berühmheiten wurden hier vorgestellt:
Tavi Gevinson.14jährige Modebloggerinnen, welche mit Stars und Designern auf Du-und-Du ist.
Ashley Kirilow. Täuschte ihre Krebserkrankung vor um an Spenden zu kommen.
Craig “Lazie” Lynch. Gangster verspottet Polizei nach Ausbruch auf Facebook.
Social Media im Unternehmen bzw. in stark hierarchischen Unternehmen Referenten: Thomas Dworschak & Margarethe Bitzer & Alexandra Majer
In Großunternehmen gehen extrem viele Informationen verloren. Social Media wird hier als Instrument vorgestellt, dass wichtige Information bündelt und transparent wiedergibt. Diese Transparenz kann allerdings auch als Bedrohung wahrgenommen werden. Porsche wird dabei als eine Firma angeführt, welche seinen Angestellten SM verbietet.
Es ist wichtig, dass erfolgreiche Unternehmen Social Media wahrnehmen. Allerdings müssen von Unternehmerseite SM-Maßnahmen dauerhaft und kontinuierlich erfolgen. Die Erstellung einer Kommunikationsstrategie sowie das regelmäßige Überwachen der Usermeinungen spielen dabei eine große Rolle.
How to kill myself on Facebook. Referent: Christian Zirm
Christian Zirm zeigt hier unter anderem die Verantwortung von Sender und Empfänger auf. Es wäre naiv zu glaube, dass unüberlegte Aussagen im Internet vergessen bleiben. Den Chef auf Facebook als Idioten zu bezeichnen, dabei aber zu vergessen, dass er als Facebook-Freund die Aussage lesen kann, wurde dabei als Beispiel genannt. Auch, dass eine Facebook-Fanseite an einen privaten Account geknüpft ist, wurde angemerkt.
Kernaussage: Nachdenken bevor man etwas schreibt!
Weblog als Infodatenbank persönl. und unternehmensintern. Referent: Ernst Michalek
Mister Egm.at erinnerte mich beim ersten Hingucken frisurentechnisch sehr stark an Didi Constantini.
Ich hoffe, dass diese Anmerkung nicht böswillig wahrgenommen wird
In diesem Referat wurde grundlegendes über den Aufbau und die Nutzung von Weblogs erzählt. Dabei hat Michalek auch über seine ersten Schritte als Blogger gesprochen. Vor einem Jahrzehnt schrieb er über grundlegende Probleme, mit welchen er im Alltag konfrontiert wurde, und wie er jene anschließend löste. Seine Zauberformel lautete also:
Problem -> Lösung -> Schreiben
Abschließend wurde noch das PlugIn Broken Link Checker vorgestellt. Weblinks werden dabei auf WordPress automatisch auf ihre Funktionalität geprüft.
Mobile Marketing Content Measures / Filtern kommerzieller Nutzung. Referent: Klaus Kuehnhammer
Bei diesem Referat war meine Wahrnehmung schon sehr stark getrübt! Erinnerungswerte liegen praktisch bei Null!
Social Media Ranking. Referent: Super-Fi-Chef Niko Alm
Niko Alm präsentiert sein Social Media Ranking. Dabei werden seit August Daten einzelner Marken, welche u.a. aus Facebook und Twitter entnommen werden, ausgewertet und eine entsprechend hohe Punkteanzahl zugewiesen. Wöchentlich soll das Ranking von Super-Fi aktualisiert werden. Gefällt mir ähnlich gut wie der Social Media Radar von Digital Affairs.
Fazit: Eine nette Idee! Mich hat das HalfDayCamp sehr an ein Universitätstutorium erinnert, an welchem allerdings nur motivierte und interessierte Leute teilnehmen. Zugegebenermaßen waren die Inhalte welche dort präsentiert und diskutiert wurden für mich nicht neu. Aber ich denke, dass solche Veranstaltungen ohnehin primär dazu dienen um lediglich das eigene Netzwerk zu erweitern. Meine Motivation und mein Wohlbefinden sorgten allerdings dafür, dass ich in der Mittagspause gleich nach Hause flüchtete. Sogar das üppige Büffet ignorierte ich trotz starkem Kohldampf! Thomapyrin und mein Bett waren am restlichen Tag meine besten Freunde.

